donderdag 16 september 2010

Johann Gottfried Herder: Der Eistanz
















Wir schweben, wir wallen auf hallendem Meer,
Auf Silberkrystallen dahin und daher:
Der Stahl ist uns Fittig, der Himmel das Dach,
Die Lüfte sind heilig und schweben uns nach.
So gleiten wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Auf eherner Tiefe des Lebens dahin.

Wer wölbte dich oben, du goldenes Haus?
Wer legte den Boden mit Demant uns aus?
Und gab uns den flüchtigen Funken im Stahl,
Zu tanzen, zu schweben im himmlischen Saal?
So schweben wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Im himmlischen Saale des Lebens dahin.

Da stand sie, die Sonne, in Dufte gehüllt!
Da rauchen die Berge, da schwebet ihr Bild,
Da ging sie danieder, und siehe, der Mond
Wie silbern er über und unter uns wohnt!
So wallen wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Durch Mond und durch Sonne des Lebens dahin!

Seht auf nun, da brennen im himmlischen Meer
Die Funken und brennen im Frost um uns her;
Der oben den Himmel mit Sonnen besteckt,
Hat's unten mit Blumen des Frostes gedeckt.
Wir gleiten o Brüder mit fröhlichem Sinn,
Auf Sternengefilden des Lebens dahin!

Er macht uns geräumig den luftigen Saal,
Und gab uns in Nöten die Füße von Stahl,
Und gab uns im Froste das wärmende Herz,
Zu steh'n auf den Fluten, zu schweben im Scherz.
Wir streben, o Brüder, mit ehernem Sinn,
Auf Fluten und Abgrund des Lebens dahin.

Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Zie ook de aan ons gelieerde site Muziek en mensen. 
Daar kunt u in een bijdrage van heden kennisnemen 
van de muziek die op deze tekst werd gecomponeerd 
door een vriendin van Johann Wolfgang von Goethe: 
Corona Schröter.

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