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woensdag 19 januari 2011

Een gedicht van Gottfried Keller: Winternacht


Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,

Still und blendend lag der weiße Schnee,
Nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,
Keine Welle schlug im starren See.

Aus der tiefe stieg der Seebaum auf,
Bis sein Wipfel in dem Eis gefror;
An den Ästen klomm die Nix herauf,
Schaute durch das grüne Eis empor.

Auf dem dünnen Glase stand ich da,
Das die schwarze Tiefe von mir schied;
Dicht ich unter meinen Füßen sah
Ihre weiße Schönheit Glied für Glied.

Mit ersticktem Jammer tastet' sie
An der harten Decke her und hin.
Ich vergaß das dunkle Antlitz nie
Immer, immer liegt es mir im Sinn!

Uit: Gottfried Keller (1819-1890): Gedichte.
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Voor meer gedichten van deze Zwitserse schrijver zij verwezen naar onze bijdrage op de Duitstalige zustersite Kulturtempel; naar een tweede bijdrage, op Kulturtempel (2). Voor een artikel over enkele Erzählungen van dezelfde auteur, welke vanaf heden in het literatuurprogramma Am Abend vorgelesen van de Duitse regionale radiozender NDR Kultur, waar men kan luisteren naar een drieëntwintigdelige reeks, die gedurende de avonden van de werkdagen zal worden uitgezonden, dus tot en met 18 februari aanstaande, steeds 's avonds tussen 22:00 uur en 22:35 uur, vijf maal per week.

zondag 7 november 2010

Twee 'tijdgedichten' van Conrad Ferdinand Meyer

Twee fenomenen met welke wij in ons land de laatste dagen te maken hebben, zijn tevens terug te vinden in de wereld der poëzie: enerzijds is daar het verschijnsel stormnacht en aan de andere kant de novemberzon — die beide natuurverschijnselen hebben we gedurende de eerste week van de elfde maand van het jaar 2010 mogen meemaken. Het gros van de mensen zal meer affiniteit hebben met laatstgenoemd verschijnsel, al herinner ik me dat een aardrijkskundeleraar in mijn gymnasiumtijd vertelde over een vriend die vanuit Nederland naar een zeer warm gebied was verhuisd en hem schreef hoe graag hij eens met hem in een ouderwetse novemberstorm over de zuidelijke toegangsweg tot zijn geboortstad — vele kilometers lang — zou willen wandelen. Daarmee kregen wij, twaalf- en dertienjarigen meteen een kleine les in relativiteit, die we in meerdere opzichten werden geacht ter harte te nemen dan alleen in het kader van de sociale geografie.


Novembersonne

 In den ächzenden Gewinden

Hat die elter sich gedreht,
Unter meinen alten Linden

Liegt das Laub hoch aufgeweht.

Dieser Erde Werke rasten,
Schon begint die Wintrruh —

Sonne, noch mit unverblaßten
Goldnen Stralen wanderst du!

Ehe sich das Jahr entlaubte,

Gingen, traun sie mußig nie,
Nun, an deinem lichten Haupte

Flammen inbescháftigt sie.

Erst ein Ackerknecht, ein Schnitter,

und ein Traubenkoch zuletzt,
Bist du nun der freie Ritter,
Der sich auf der Fahrt ergetzt.

Und die Schüler, zu den Bänken

Kehrend, grüßen jubelvoll,
Hingelagert vor den Schenken,
Dich als Musengott Apoll.



De Zwitserse, Duitstalige dichter
Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898).

























In einer Sturmnacht


Es fährt der Wind gewaltig durch die Nacht,

In seine ellen Pfeifen blast der Föhn,
Prophetisch kämpft am Himmel eine Schlacht

Und überschreit ein wimmernd Sterbgestöhn.

Was jetzt dämonenhaft in Lüften zieht,
Eh das jahrhundert schließt, erfüllt's die Zeit —

Im Sturmespausen klingt das Friedelied
Aus einer fernen, fernen Seligkeit.

Die Ampel, die in leichten Ketten hangt,

Hellt meiner Kammer Dämmerung,
Und wann die Decke bebt, die Diele bangt,
Bewegt sie sich gemach im sachten Schwung.

Mir redet diese Flamme wunderbar
Von einer windbewegten Ampeel Licht,
Die einst geglommen für ein nächtlich Paar,

Ein greises und göttlich Angesicht.

Es sprach der Friedestifter, den du weißt,

In einer solchen wilden Nacht wie heut:
»Hörst, Nikodeme, du den Schöpfer Geist,
Der mächtig weht und seine Welt erneut?«



Conrad Ferdinand Mayer (1825-1898)
Uit: Sämtliche Gedichte
Reclam-editie RUB 9885.

vrijdag 20 augustus 2010

Jacob Burckhardt aan Gottfried Kinkel in een brief van 8 oktober 1844





















Ich bin's ja nicht, der sie heraufbeschwört,
Vergangne Freuden, die mich einst betört.
Verschwimmend blasse, süße Schatten !
Der Nebel ist es, der den Wald durchzieht,
Das fallende Laub, das vor dem Herbstwind flieht,
Der Abend ist's auf den Matten !

Es ist das Flüstern in dem düstern Hain,
Es ist das Brausen, ferneher vom Rhein,
Es ist der Abenddämmrung Grauen —
S'ist die Natur, sie ist's, die grausam weckt,
Was in des Herzens Tiefe sich versteckt,
Und die mich zwingt es anzuschauen.

O seid gegrüßt, ihr teuren Schemen all,
Ihr naht, docj hör ich nicht der Schritte Hall,'
ich weiß, ich darf euch nicht umarmen —
Nur Nebelbildersind's — und doch, sie sehn
Mich bittend an: "Laß uns nicht ferne stehn !
O laß zum Leben uns erwarmen !

O zieh uns kühn an dien gequälte Brust,
Dann werden wir lebendig — komm ! Du mußt !
Zu leben still in unsrer Mitte ! —"
Und wie ich starrte, zog die Nacht heran,
Der Schemen Kreis mit leisem Hauch zerrann,
Und schaudernd wandt' ich meine Schritte.

Jacob Burckhardt (1818-1897)
Uit een brief van 8 oktober 1844 aan Gottfried Kinkel, dichter, theoloog en revolutionair (1815-1882)
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Afbeelding: Jacob Burckhardt in de zomer van 1845.
Foto waarschijnlijk genomen in Parijs.